Habt Ihr Euch schon einmal gefragt, warum es so viele Bedienungsanleitungen und Texte gibt, die keiner versteht? Das will ich Euch gerne erläutern:
Im Prinzip muss ein Übersetzer die Texte nicht nur übersetzen, sondern sie auch so formulieren, dass sie wiederum in der übersetzten Sprache einen sich gut und verständlich lesenden Text ergeben. Also müssen Übersetzer eigentlich auch Autoren sein. Das können die meisten Übersetzer aber nicht. Sie übersetzen wortwörtlich. Daher haben wir Bedienungsanleitungen, die kein Mensch versteht.
Und noch schlimmer, sie nehmen Übersetzungsaufträge an, denen sie nicht gewachsen sind. Als ich noch beim US Army Corps of Engineers war, hat mein Chef mal entschieden, dass Geschäftssprache doch schließlich Englisch sei, und dass daher die Auftragnehmer und Bauämter doch bitteschön selbst für Übersetzungen sorgen sollten. Damit wollte er mich entlasten. Aber das Gegenteil war der Fall. Nun passierte Folgendes: Übersetzungsbüros, die sich mit der technischen Terminologie nicht auskannten, lieferten Texte ab, die dann die Bauämter und Auftragnehmer nicht verstanden. Also klingelte das Telefon unaufhörlich, und ich musste telefonische die falschen Übersetzungen, die zu allerlei Missverständnissen vor Ort auf dem Bau geführt hatten, korrigieren. Natürlich war dann schnell wieder alles beim Alten, und unsere Korrespondenz, Modifizierungen etc. verließen wieder in deutscher Übersetzung das Büro.
Ich übersetze gerne und mit Leidenschaft. Mein Motto ist, dass ich verstehen muss, was ich übersetze. Daher nehme ich mir bei jeder neuen Übersetzung die Zeit, mich mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen. Das kostet zwar Zeit, macht mir aber Spaß und gewährleistet, dass ich die Texte entsprechend korrekt übersetzen kann. Im Zweifelsfall ist es auch immer besser, wenn man Rückfrage bei einem entsprechenden Ansprechpartner halten kann.

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